Karibik im königreich

BVB bleibt in Manchester hinter den Erwartungen zurück und verliert deutlich

5. November 2025

England im November zu besuchen, ist in der Regel keine gute Idee. Auf der Insel zählt der Monat zu den regenreichsten. Im Durchschnitt donnern fast 100mm Niederschläge hernieder. Meist wagerecht. Nicht jedoch 2025.

Manchester begrüßte die Frei Schwimmer mit einer fast karibisch anmutenden Atmosphäre. Trockenheit, höhere Temperaturen, blauer bis hellgrauer Himmel. Wäre es nicht Manchester, hätte es auch Maracaibo, mindestens Mailand oder Madrid sein können…

Nach dem Bezug der Behausungen meldete sich bei der Reisegruppe zwangläufig der Drang, die Kneipenszene in der altehrwürdigen Industriestadt zu beglücken. Die Wahl traf auf das Wetherspoon, das sich schnell während des Aufenthalts zur zweiten Frei Schwimmer-Heimat entwickelte, trotz der Kilometer langen Spaziergänge durchs nächtliche, milde Manchester zurück ins Hotel. Das Ordern des Ciders klappte vor Ort reibungslos, ebenso das Verdauen der für viele gewöhnungsbedürftig angerichteten Produkte aus der englischen Küche. Wer sich drauf einlässt, hat jedenfalls am englischen Frühstück, fish&chips, Sunday Roast oder shepherd`s pie eine helle Freude.

Während des Verzehrens der flüssigen und festen Nahrung lief das Vernetzen innerhalb der BVB-Anhänger auf Hochtouren. Gerade international ergeben sich zahlreiche Begegnungen, die der gesamten Unternehmung Auswärtsfahrt eine besondere Würze, gespickt mit viel Spaß anreichern. In Manchester waren es besonders die Rennsteig-Borussen, FC Schwarz Gelbe Liebe 84 und die Feuchten Igelschnäuzchen, die nach dem Stickertausch die Gespräche inspirierten mit Anekdoten und Dönekes. Der Humor schadet jedenfalls nicht als Spielvorbereitung. Besonders vor einem Match gegen City.

Denn nach dem Stadioneintritt stellte sich schnell heraus, dass der BVB nach guten Anfangsminuten nicht viel zu lachen haben wird. Zu deutlich erwiesen sich Erling Haarland und Co. an diesem Abend als überlegen. Jeder einzelne Borusse war eine halbe bis eine Nummer schlechter als der direkte Gegenspieler. So gab es in der Stadt, die als Wiege des Kapitalismus gilt, keine erhoffte, solidarische Punkteteilung, sondern eine verdiente 1:4-Niederlage.

Borussia hat dennoch bei noch drei ausstehenden Heim- und nur noch einem Auswärtsspiel in der Champions League alles in der eigenen Hand, sich direkt für die nächste Runde zu qualifizieren.

Während also die Niederlage gegen Manchester eingepreist werden kann, steht Samstag für die Frei Schwimmer zum Abschluss des Auswärtsmarathons in den letzten Wochen die Tour nach Hamburg auf dem Plan. Dort erwarten die Supporters mit dem HSV ein schlagbarerer Gegner, neun Grad, leichter Nieselregen und ein Wetter, das so wenig mit der Karibik zu tun hat wie der BVB am milden Mittwoch im Etihad-Stadion mit einem möglichen Sieg.