Fastfood statt filet fromage

Frei Schwimmer sehen schwachen BVB und Fußball-Magerkost im Kraichgau

18. April 2026

Panem et circenses. Brot und Spiele kennzeichnen nicht nur das alte Rom und den Versuch, durch kostenlose Nahrung und Gladiatorenkämpfe von innenpolitischen Problemen abzulenken. Brot und Spiele finden ebenso zusammen, wenn Auswärtsfahrer Auftritte der Borussia in der Fremde verfolgen.

Selbstgemachte Knifften, Frikadellen, Gemüse oder beim Bäcker erworbene Laugenstangen sind in der Regel Bestandteile des Gepäcks auf den Touren nach Stuttgart, Berlin oder Hamburg. Not macht erfinderisch, denn die Verpflegung in den Stadien dieser Welt spielt gelinde formuliert Kreisklasse. Völlig überteuert, nicht üppig portioniert und lauwarm flutschen die Gummi-Currywurst-Stückchen auf Papierschalen oder Pappbechern, schwimmen weißliche Pommes in Fett auf dem Teller oder die Bratwurst gerät aufgrund geringer Temperatur zur kühlen Erfrischung.

In Stuttgart gab es sogar schon einmal einen Wursttüflertag mit Fan-Probe-Essen, um die dort servierte rote Stadionwurst zu verbessern. Scheint nicht viel gebracht zu haben. Denn nach dem ersten Heimspiel dieser Saison rappelte es in den Foren unter dem Tenor „Nichts hat sich getan. Das Essen schmeckt immer noch scheiße“.

Also dann doch lieber Butterbrot und Bulette, Gürkchen und Goldbärchen. So ausgestattet machte sich eine Schar Frei Schwimmer auf den Weg nach Sinsheim in den Kraichgau zu einem Verein, der den beliebtesten Sponsor dieser Welt in seinen Reihen erdulden muss. Mit dem PKW machte sich eine Sektion privat schon morgens auf, um sich am Zielort mit dort wohnenden BVB-Fans zu vereinen und gemeinsam die Schwarzgelben zu supporten. Die zweite Sektion Frei Schwimmer wählte hingegen den Bus der Fanabteilung, ließ die 380 Kilometer A 45, A 5 und A 67 hinter sich und feierten im „11er“, einer Bretterbude in Stadionnähe, Wiedervereinigung mit der Reisegruppe PKW und zog 90 Minuten vor Spielbeginn zur vierhundert Meter entfernten PreZero Arena.

Vor Ort wurde selbstverständlich das ungenießbare Essen in den Katakomben der Spielstätte gemieden und stattdessen die auf dem Feld von den Borussen aufgetischte Magerkost „genossen“. Das war nichts für Goumets, Guirassy, Beier und Co. kickten keine Michelin-Sterne vom Himmel. Wieder einmal ein typischer Auswärtsauftritt eines BVB, der einfaches Fastfood statt eines pfiffigen Filet Fromage servierte.

Als Aushilfsköche am ersten Arbeitstag präsentierten sich zudem Schiri Daniel Siebert und der VAR. Zwei Handelfmeter gegen den BVB bei der 1:2-Niederlage zu geben, war eindeutig einer zu viel. Niklas Süle, auch kein Kostverächter, stürzte verletzt, und bekam während seines unkontrollierten Fallens die Pille an die Hand. Coach Kovac nannte die Entscheidung, Elfer zu pfeifen, sei keine im Sinne des Fußballs gewesen. Stimmt. Seine Art, Fußball spielen zu lassen, aber auch nicht.

Hungrig nach sportlichen Leckerbissen ging es für die Frei Schwimmer wieder zurück zu Bus und Brötchen. Während die Sektion Privatfahrer verstärkt um die Sektion Sinsheim das Magic, eine Sportbar mit Tanzfläche, heimsuchte. Zum Abreagieren, Abtanzen und Studieren der Speisekarte mit Menüs, die die Bezeichnung als Essen auch verdienen.