„Kapriole“ bezeichnet ursprünglich einen kunstvollen Sprung, wie er bei Tänzern oder Tieren vorkommt. Im 16. Jahrhundert gelangte das italienische „capriola“ nach Deutschland und wurde als Kapriole ins Deutsche übernommen. Neben dem körperlich-geprägten Sinn entstand früh eine übertragene Bedeutung: Kapriolen wurden zu einer Metapher für närrische Einfälle, Streiche oder unerwartete, übermütige Aktionen. Heute wird der Begriff sowohl wörtlich als auch übertragen verwendet, etwa für Sprünge von Pferden, artistische Darbietungen oder metaphorisch für Launen und Schwankungen.
Kapriolen schlagen das Wetter oder auch Spielverläufe im Fußball. Zum Start ins Fußballjahr 2026 und bezogen auf die Partie der Schwarzgelben in Frankfurt kam beides zusammen.
Ein plötzlicher Kälteeinbruch sorgte bei den Frei Schwimmern für reichlich Aufregung bei der Anreise. Schneesturm Elli setzte der Bahn zu, Züge aus dem Norden und Osten der Republik drohten zu stranden, Busreisen durchs Sauerland glichen einer Tour durch eine Winterwunderwelt. Allen Unbilden wurde erfolgreich getrotzt, sodass im Block des Waldstadions die Gruppe Frei Schwimmer – unter anderem nach einem Abstecher zum verregneten Römer in die Innenstadt der Mainmetropole – wiedervereinigt werden konnte. Erweitert um die Gruppe der irischen BVB-Freunde aus Dublin von Na hÉireann.
Das Match an sich unterlag ebenfalls diversen Schwankungen. Die Teams gaben sich auf dem Rasen nichts, es entwickelte sich streckenweise ein rasantes Spiel mit wechselnden Führungen, bis am Ende nach 97 Minuten ein 3:3-Unentschieden aus BVB-Sicht wieder einmal unnötig die Punkte geteilt wurden. Auch wenn es erst in der letzten Sekunde gelang, die von Ex-Borussen Mo Dahoud herausgespielte Eintracht-Führung zu egalisieren, blieb der Eindruck zurück, dass bei mehr Konzentration und weniger Kapriolen im Spielaufbau mehr drin gewesen wäre.
Hilfreich wäre gewesen, wenn Schiri Schlager ein Foul an Schlotterbeck konsequenterweise mit rot geahndet hätte. Für ein ähnliches Stempeln des Sprunggelenkes flogen Sabitzer in Bremen und Can in Mainz letzte Spielzeit noch vom Platz… So blieb unter dem Strich der Eindruck, dass auch Referees mit Schwankungen und Launen beim Beurteilen von Spielsituationen zum gefühlten Leidwesen aller BVB-Fans meist zuungunsten der Borussia zu kämpfen haben.
Mehr Konstanz und Berechenbarkeiten bieten hingegen die Rückfahrten Richtung Dortmund. In den Reisebussen nach dem Spielende wird immer reichlich diskutiert, Musik gehört, Bierchen geschlabbert und mit dem Blick aus dem Fenster der Fahrzeuge wie auf dem Rückweg aus Hessen die Kapriolen des Wetters bestaunt.